Energieeffizienzberatung für Unternehmen mit...

Energieeffizienzberatung für Unternehmen mit mehr als 250 Mitarbeitern

Am 26.11.2019 ist das geänderte Energiedienstleistungsgesetzes (EDL-G) in Kraft getreten. Eingeführt wurden die im Änderungsentwurf angekündigten Bagatellgrenzen sowie neue Meldepflichten und Anforderungen an die Qualifikation der Energieauditoren. Die Änderungen gelten seit dem 1.12.2019.

Das Energieaudit ist ein Instrument, um Maßnahmen zur Steigerung der Energieeffizienz und zur Reduzierung der Energiekosten zu ergreifen. Durch die Ermittlung des Energieverbrauchs in den unterschiedlichen Bereichen des Unternehmens wird erkennbar, an welchen Stellen Einsparpotenziale bestehen. 

Das Gesetz über Energiedienstleistungen und andere Energieeffizienzmaßnahmen (Energiedienstleistungsgesetz) gibt vor, dass mindestens alle vier Jahre nach dem Stichtag der Fertigstellung des Erstaudits turnusmäßig ein Energieaudit unter Inanspruchnahme von qualifizierten und akkreditierten Energieauditoren durchzuführen ist. 

Betroffen sind nach §§ 8 – 8d Energiedienstleistungsgesetz große Unternehmen, die nicht unter die KMU-Definition der EU fallen. Das sind in der Regel Unternehmen mit mehr als 250 Mitarbeitern. Ausnahmen gelten, sofern bereits andere Energiemanagementsysteme (EMAS oder DIN EN ISO 50001) installiert sind. 

Die wichtigste Änderung die mit der Gesetzesänderung einhergeht, ist die neu eingeführte Bagatellgrenze als zweite Bedingung für die Verpflichtung zur Durchführung eines Energieaudits. Es muss ein jährlicher Gesamtenergieverbrauch in Höhe von über 500.000 kWh als Summe aller im betrachteten Unternehmen (juristische Einheit, nicht Standort) eingesetzten Energieträger vorliegen (§ 8 Abs. 3 Nr. 4). Mit Einführung dieser Grenze sollen rund 3.500 Unternehmen entlastet werden und der Erfüllungsaufwand für die Wirtschaft insgesamt um mehr als 5 Mio. Euro reduziert werden. 

Weitere Änderungen, die sich aus dem vom Bundestag verabschiedeten Gesetzentwurf für die Durchführung der verpflichtenden Energieaudits ergeben: 

  • Bei dem erstmaligen Erlangen des Status eines Nicht-KMU wird klargestellt, dass dieses Unternehmen innerhalb von zwanzig Monaten nach dem Zeitpunkt, zu dem es den Status des „Nicht-KMU“ erlangt, ein Energieaudit durchzuführen hat (§ 8 Abs. 2). 
  • Anforderungen an Energieaudits: Konkretisierung der in einem Energieaudit aufzuführenden Analysen, bspw. Ausweisung des Kapitalwerts einer Investition sowie Untersuchung von 90 Prozent des Gesamtenergieverbrauchs bei vollständiger Erfassung des Gesamtenergieverbrauchs (§ 8a). 
  •  Qualität der Energieauditoren: Künftig sollen Energieauditoren (intern oder extern) regelmäßige fachbezogene Fortbildungen nachweisen (§ 8b Abs. 1 Nr. 3). Der Nachweis hat erstmals bis spätestens drei Jahre nach Inkrafttreten des geänderten EDL-G zu erfolgen. 
  • Darüber hinaus sollen sich alle Energieauditoren, die nach Inkrafttreten des geänderten EDL-G ein Energieaudit durchführen, vor diesem Energieaudit beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) (inkl. beizubringender Qualifikationsnachweise) registrieren (§ 8b Abs. 2).
  • Neue Nachweisführung: Der neue § 8c Abs. 1 EDL-G sieht vor, dass künftig alle Unternehmen innerhalb von zwei Monaten nach Fertigstellung des Energieaudits über ein elektronisches Portal eine entsprechende Online-Energieauditerklärung ggü. dem BAFA abgeben. Für Unternehmen, die ihr Energieaudit zwischen Inkrafttreten des EDL-G in geänderter Form und dem 31.12.019 abschließen, gilt abweichend eine Frist bis zum 31.03.2020.

Die Erklärung umfasst:

1.    Angaben zum Unternehmen, 
2.    Angaben zur Person, die das Energieaudit durchgeführt hat, 
3.    Angaben zum Gesamtenergieverbrauch in Kilowattstunden pro Jahr und unterteilt nach Energieträgern, 
4.    die bestehenden Energiekosten in Euro pro Jahr auch unterteilt nach Energieträgern, 
5.    die identifizierten und vorgeschlagenen Maßnahmen inklusive Angabe der Investitionskosten, der zu erwartenden Nutzungsdauer, der zu erwartenden Energieeinsparungen in Kilowattstunden pro Jahr und in Euro und 
6.    die Kosten des Energieaudits (unternehmensintern und -extern). 

Die Punkte 1, 3 und 4 sind innerhalb von zwei Monaten auch von solchen Unternehmen zu erklären, die aufgrund der Bagatellgrenze von der Energieauditpflicht befreit sind (§ 8c Abs. 1). 

Achtung: Die Meldung ausgewählter Basisdaten ist derzeit noch nicht möglich, da das Online-Portal zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Rundschreibens noch nicht vom BAFA online geschaltet wurde. 

Die Energie Consulting GmbH hat eine Übersicht erstellt, aus der vereinfacht hervorgeht für welche Unternehmen sich welche Fristen und Pflichten ergeben. Sie ist dem Rundschreiben als Anlage beigefügt. 

Weiterführende Informationen und in Kürze auch die Online-Energieauditerklärung finden Sie beim zuständigen Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) unter folgendem Link: https://www.bafa.de/DE/Energie/Energieeffizienz/Energieaudit/energieaudit_node.html

Das BAFA hat zudem ein Vorabmerkblatt zur Ermittlung des Gesamtenergieverbrauchs zur Verfügung gestellt, welches hier herunter zu laden ist:https://www.bafa.de/SharedDocs/Downloads/DE/Energie/ea_ermittlung_gesamtenergieverbrauch.html

Anlage: Energieaudit Tool