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Ausbildungsstatistik 2019 erschienen: Deutlich weniger Neuverträge

Die Zahl der Neuverträge in den Druck- und Medienberufen ist stark rückläufig. In 2019 wurden 4.213 neue Ausbildungsverträge abgeschlossen, das sind 564 Auszubildende weniger als 2018, ein Minus von 11,8 Prozent. Die Anzahl der Gesamtausbildungsverträge über alle drei Lehrjahre hat sich um 4,3 Prozent auf 11.579 Ausbildungsverhältnisse verringert.  

Bei allen Ausbildungsberufen ist ein starker Rückgang zu verzeichnen. Besonders stark sind die Medientechnologen betroffen, wobei die Neuverträge bei den Medientechnologen Druckverarbeitung gegenüber dem  Vorjahr um 27,0 Prozent am stärksten zurückgingen. Bei den Medientechnologen Druck war ein Rückgang um 16,1 Prozent, beim Siebdruck um 15,1 Prozent zu verzeichnen. Besonders überraschend ist, dass beim  Mediengestalter Digital und Print die Neuverträge um 284 Berufsanfänger (-9,2 Prozent) sanken.

Damit hat sich der leichte Aufwärtstrend bei den Berufsanfängern der letzten zwei Jahre nicht fortgesetzt. Bei der im Frühjahr 2019 durchgeführten Umfrage des bvdm zur Ausbildungssituation gaben nur noch 65 Prozent der befragten Unternehmen an, dass sie ausbilden – ein Minus von 13 Prozentpunkten gegenüber 2018. Als Hauptgründe werden ausbleibende oder ungeeignete Bewerber genannt. Auch ist die Bereitschaft gesunken, leistungsschwächere Jugendliche auszubilden. Der erforderliche Mehraufwand zahlt sich laut Unternehmen in der Regel nicht aus. Daher sind die Unternehmen in Zukunft noch mehr gefordert, die Attraktivität der Druck- und Medienberufe aufzuzeigen, um geeignete Bewerber zu finden. Durch den Rückgang der Ausbildungsplatzsuchenden und das steigende Angebot an Ausbildungsplätzen ist es umso mehr von Bedeutung, die individuellen Vorteile des eigenen Unternehmens hervorzuheben. Ausbildung ist weiterhin die nachhaltigste Methode, um den Fachkräftemangel zu verhindern und die Zukunft des Unternehmens zu sichern.

Unterstützung bieten die Verbände Druck und Medien durch einen geplanten Relaunch der Informationsflyer zu den Ausbildungsberufen, die weiterhin verfügbaren Motive der Nachwuchskampagne  „Gestochen scharf – Perfekt veredelt“ sowie diversen Veranstaltungen zur Nachwuchsgewinnung. Eine weitere Möglichkeit ist die Schulung von Azubis zu Influencern für die Nachwuchsgewinnung oder der Einsatz als Azubi-Botschafter bei ihrer zuständigen IHK. Um vorab das Niveau der Bewerber zu testen, können Mitgliedsunternehmen Online-Eignungstests zu Vorteilskonditionen bei ihren Verbänden beziehen. Diese Tests erfreuen sich bei den Jugendlichen einer hohen Akzeptanz, da sie ihnen die Möglichkeit geben, unabhängig von ihren Schulnoten beurteilt zu werden.

Durch die aktualisierten Medienfortbildungsverordnungen zum Medienfachwirt und Industriemeister Fachrichtung Printmedien, die dem neu  eingeführten Niveau des Bachelor Professional entsprechen, werden  attraktive Aufstiegsmöglichkeiten angeboten. Auch die ab 1. Juni 2020 für das erste Lehrjahr geltende tarifliche Vergütung mit 976,12 Euro liegt deutlich über der Mindestausbildungsvergütung von 515,00 Euro und ist somit ebenfalls ein gutes Argument für eine Ausbildung in der Druck- und  Medienindustrie.  

Die ausführliche Statistik „Berufsausbildung und Fortbildung Druck und Medien 2019/2020“ steht zum Download unter https://www.bvdm-online.de/druckindustrie/ausbildungszahlen/ zur Verfügung.