Aktualisiertes Ausbildungsvertragsmuster

Aktualisiertes Ausbildungsvertragsmuster

Der Hauptausschuss des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) hat die Aktualisierung der Empfehlung 115 (Ausbildungsvertragsmuster) beschlossen. Die Änderungen, die in der Novellierung des Berufsbildungsgesetzes (BBiG) die Ausbildung betreffen, wurden in das Ausbildungsvertragsmuster übernommen. Das neue Berufsbildungsgesetz ist zum 1. Januar 2020 in Kraft getreten. Darin wurden für die berufliche Erstausbildung neben der Einführung einer Mindestausbildungsvergütung auch die erweiterte Möglichkeit einer Teilzeitausbildung sowie die Freistellung von Auszubildenden geändert.

Folgende Änderungen wurden in dem aktualisierten Ausbildungsvertragsmuster berücksichtigt:

  • Dauer der Ausbildung (§ 1, Nummer 1): Die Möglichkeit einer Teilzeit-ausbildung, die bisher Personen in besonderen Lebensumständen vorbehalten war, steht nun allen Auszubildenden offen, sofern das Ein-verständnis des Ausbildungsbetriebs vorliegt (§ 7a BBiG). Die Ausbil-dungsdauer verlängert sich entsprechend, jedoch höchstens um das Eineinhalbfache der regulären Ausbildungsdauer in Vollzeit.
  • Pflichten des Ausbildenden (§ 4, Nummer 4): Zu den Ausbildungsmit-teln zählt nun auch Fachliteratur, die kostenlos zur Verfügung zu stel-len ist (§ 14 Abs. 1 BBiG).
  • Pflichten des Auszubildenden (§ 5, Nummer 7): Im Vertrag ist fest- zuhalten, ob der Ausbildungsnachweis schriftlich oder elektronisch geführt wird (§ 13 Satz 2 Nr. 7 BBiG).
  • Ausbildungszeit, Anrechnung und Urlaub (§ 7, Nummer 2): An Berufs-schultagen mit Unterrichtsbeginn vor 9 Uhr dürfen Auszubildende vorher nicht im Betrieb beschäftigt werden. Des Weiteren sind Aus-zubildende an Berufsschultagen mit mehr als fünf Unterrichtsstunden einmal in der Woche sowie an dem Arbeitstag vor ihrer schriftlichen Abschlussprüfung freizustellen. (§ 15 Abs. 1 BBiG).

Für die neu abgeschlossenen Berufsausbildungsverträge sollte das Ausbildungsvertragsmuster (PDF zum Download) mit dem erläuterten Merkblatt, erschienen am 26. Mai 2020 im Bundesanzeiger (BAnz AT 26.05.2020 S.1), zugrunde gelegt werden.