Das aktuelle Konjunkturtelegramm

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BVDM-Konjunktur­telegramm Mai 2024

Mai 2024: Geschäftsklima geht leicht zurück

Nach dem deutlichen Anstieg im April ging das saison- und kalenderbereinigte Geschäftsklima der deutschen Druck- und Medienwirtschaft im Mai 2024 leicht zurück. Maßgeblich bestimmt wurde der Rückgang des Geschäftsklimas durch die Abnahme der Geschäftserwartungen, während der Geschäftslageindex seine im Februar begonnene Erholungsentwicklung auch im Mai fortsetzte. Der vom Bundesverband Druck und Medien berechnete Geschäftsklimaindex verzeichnete saison- und kalenderbereinigt rund 1,1 Prozent unter dem Vormonatswert. Mit 91,5 Punkten notierte der Index im Mai damit rund 0,5 Prozent unter seinem Vorjahresniveau.

Im Mai 2024 bewerteten die vom ifo Institut befragten Entscheider der Druck- und Medienunternehmen ihre aktuelle Geschäftslage erneut positiver als noch im Vormonat. Allerdings überwogen die verringerten Geschäftserwartungen für die nächsten 6 Monate in der Gesamtbetrachtung. Die Ausprägungen der aktuellen und erwarteten Geschäftslage bestimmen die Entwicklung des Geschäftsklimas, das einen guten Vorlaufindikator für die Produktionsentwicklung der Druck- und Medienwirtschaft darstellt.

Im Mai 2024 verzeichnete der saison- und kalenderbereinigte Geschäftslageindex im Vergleich zum April einen Anstieg von 4,6 Prozent und setzte seine Erholungsbewegung damit fort. Mit rund 11,6 Prozent lag der Geschäftslageindex über dem Jahrestiefstwert vom Februar. Der Index notierte mit 86,2 Punkten erstmals rund 2,7 Prozent über dem Niveau zum Jahresbeginn 2024, jedoch weiterhin rund 8,2 Prozent unter dem entsprechenden Vorjahreswert. Rund 15 Prozent der befragten Unternehmenslenker in der Druckindustrie beurteilen ihre aktuelle Geschäftslage im Mai als positiv. 48 Prozent bewerteten ihre Lage als neutral während 38 Prozent eine negative Einschätzung abgaben. Der Saldo verzeichnet mit –23 Prozentpunkten damit weiterhin im negativen Bereich. Trotz dieser leichten Verbesserung bleibt die wirtschaftliche Situation für viele Betriebe der Druck- und Medienwirtschaft angespannt. Auch die Einschätzung der Ertragslage, die jeweils im Mai und September eines Jahres abgefragt wird, deutet darauf hin, dass sich die Auswirkungen der aktuellen wirtschaftlichen Situation und die Belastungen der vergangenen Jahre weiterhin in den Betriebsergebnissen der Unternehmen niederschlagen. So beurteilen mit 53 Prozent etwas mehr als die Hälfte der Befragten ihre aktuelle Ertragslage als schlecht, 37 Prozent als befriedigend und nur 10 Prozent als gut. Im Saldo bedeutet dies einen Rückgang um 20 Prozentpunkte von –23 Prozentpunkten auf –43 Prozentpunkte im Vergleich zur Vorjahresmessung. Im Vergleich zum Herbst 2023 sehen rund 8 Prozent der befragten Unternehmenslenker eine Verbesserung ihrer Ertragslage, 43 Prozent sprechen von einer unveränderten Entwicklung, während 49 Prozent eine Eintrübung der Ertragslage verzeichnen.

Die Erwartungen hinsichtlich der Entwicklung der Geschäftslage in den nächsten 6 Monaten verzeichneten nach der deutlichen Aufhellung im April im Mai erneut einen Rückgang im Vormonatsvergleich. Mit 97,0 Punkten lag der saison- und kalenderbereinigte Index rund 6,5 Prozent unter dem Vormonatsniveau und damit rund 7,9 Prozent über dem Wert aus dem Mai 2023. Überwiegend erwarten die Befragten (73 Prozent) für die nächsten 6 Monate eine Seitwärtsbewegung der Geschäftslage. Rund 14 Prozent prognostizieren eine Verschlechterung, während 13 von einer Verbesserung der Geschäftslage ausgehen. Hinsichtlich der Entwicklung der Beschäftigtenzahlen in den nächsten drei Monaten lässt sich weiterhin eine negative Tendenz ableiten. Der Saldo hinsichtlich der erwarteten Beschäftigungssituation lag im Mai mit -13,9 Prozentpunkten weiterhin im negativen Bereich und damit rund 14,2 Prozentpunkte unter dem entsprechenden Vorjahresniveau.

Hintergrundinformationen zum BVDM-Konjunkturtelegramm sowie Hinweise zur Teilnahme an den monatlichen ifo Konjunkturumfragen finden Sie unter:
bvdm-online.de/kt. (bvdm)

Konjunkturtelegramm als Stimmungsbild

Das bvdm-Konjunkturtelegramm beschreibt die monatliche Entwicklung der deutschen Druckindustrie anhand von zwei Stimmungsindikatoren, nämlich der aktuellen Geschäftslage und der Geschäftslage in sechs Monaten. Außerdem wird auf die Entwicklung des Geschäftsklimas eingegangen, das anhand der beiden erstgenannten Indikatoren berechnet wird.

Der bvdm erhält die Zahlen vom renommierten ifo Institut, welches sie im Rahmen seiner monatlichen Konjunkturumfrage in der gewerblichen Wirtschaft erhebt. Antworten der Druck- und Medienunternehmen fließen somit nicht nur direkt in das Konjunkturtelegramm des bvdm ein, sondern auch in den der Öffentlichkeit gut bekannten ifo-Geschäftsklimaindex.

Wie alle Stimmungsindikatoren basiert auch das Konjunkturtelegramm des bvdm auf subjektiven Einschätzungen von Druck- und Medienunternehmen. Das heißt, ihm liegen gefühlte Werte zugrunde, die von Eindrücken und Wahrnehmungen der Unternehmer abhängig sind. Die Lage-Beurteilungen und Lage-Erwartungen werden aber aufgrund realer Entwicklungen in den Druck- und Medienunternehmen gebildet. Sie erlauben daher wichtige Einblicke in die wirtschaftliche Lage der Branche und sind ein bewährter Frühindikator für ihre nähere Zukunft.

Aussagekraft des Konjunkturtelegramms

Die Aussagekraft des Konjunkturtelegramms belegt nicht zuletzt der Vergleich des Geschäftsklimas mit der dann eingetretenen tatsächlichen wirtschaftlichen Entwicklung der Branche.

Berechnungen des bvdm zeigen, dass die Jahresveränderungsraten des Geschäftsklimaindexes eine hohe und dazu statistisch signifikante Korrelation mit dem amtlichen Produktions- sowie dem Umsatzindex aufweisen. Für den Zeitraum von Januar 1992 bis September 2017 betrug der maximale Korrelationskoeffizient in beiden Vergleichen 0,56. Dabei kam dieser Zusammenhang mit einem um sechs Monate verzögerten Produktionsindex sowie mit einem um 10 Monate verzögerten Umsatzindex zustande – beides Indizien für eine Vorlaufeigenschaft des Geschäftsklimaindexes, die bei Prognosen sehr hilfreich ist.

Zwar führt eine Korrelation nicht zwingend zu einem kausalen Zusammenhang. Mittels einfacher ökonometrischer Modelle lässt sich jedoch nachweisen, dass das Geschäftsklima auch kausal sowohl mit dem Produktions- als auch mit dem Umsatzindex zusammenhängt und somit zur Erklärung des Verlaufs dieser sogenannten harten amtlichen Konjunkturindikatoren beitragen kann.

Machen Sie das Konjunkturtelegramm noch aussagekräftiger!

Je mehr Druckunternehmen an der Umfrage des ifo Instituts teilnehmen, desto höher ist die Aussagekraft des Konjunkturtelegramms. Teilnehmende Unternehmen erhalten zudem einen zeitnahen Maßstab zur Beurteilung der eigenen wirtschaftlichen Lage im Vergleich zur Branche.

Nehmen also auch Sie an der monatlichen (Online-)Befragung des ifo Instituts teil. Nutzen Sie hierfür die Informationen unter https://www.ifo.de/umfrageteilnahme .

Durch Ihre Einschätzung der spezifischen wirtschaftlichen Situation Ihres Unternehmens helfen Sie der gesamten Druck- und Medienbranche, indem Sie die Aussagekraft dieses wichtigen Vergleichsmaßstabs verbessern.

Ansprechpartner

Portraitbild von  Maximilian Neumann
Maximilian Neumann
Referent Wirtschaftspolitik